29. September 2017

PIZZAPIZZA!

Ich stelle fest:
in meinem Rezeptverzeichnis gibt es noch keine Pizza! Dies, obwohl es bei mir mindestens einmal monatlich eine gibt.

Wer Pizza
lieber nicht selber backen möchte, soll sie ruhig beim Pizza-Kurier bestellen oder in der Pizzeria seines Vertrauens geniessen.

Wer jedoch
weiter liest, sei gewarnt: Pizza selber backen kann nämlich süchtig machen! Denn: individueller geht’s nicht mehr und die Zubereitung ist einfacher, als man vielleicht zunächst denkt.

Ich bin zwar kein Pizzaiolo
schwitze aber beim Zubereiten ebenso, wie wenn ich vor einem Holzofen stehen würde! Das hat natürlich weniger mit einem imaginären, lodernden Ofen als mit den hier herrschenden Umgebungstemperaturen zu tun!

Gute Hitze
muss aber schon sein, denn nur wenn die Pizza sehr heiss gebacken wird, entsteht ein wunderbar knuspriger Boden.
In einem Holzofen geschieht dies bei Temperaturen zwischen 300 und 400 °C während gerade mal 2 bis 3 Minuten! In einem Haushaltbackofen sind in der Regel lediglich 250 °C möglich, wodurch sich die Backzeit verlängert. Ein vorgeheizter Pizzastein anstelle des Backblechs verbessert das Resultat.

Die Sache mit dem Rand.
Bei einer Pizza muss kein Rand geformt werden, dieser bildet sich beim Backen von selbst: der rundherum knapp 2 cm breit freigelassene, unbelegte Teig geht auf und so entsteht automatisch ein Rand.

Hier kommt 
eine meiner Lieblings-Pizzen:


PIZZA MIT SPINAT, BAUMNÜSSEN UND ROQUEFORT

für eine Pizza von ca. 35 cm ø

Einkaufsliste zum Ausdrucken 


AM MORGEN:
PIZZATEIG:

130 g Weizenmehl T 550
30 g Hartweizendunst (Pasta-Mehl)
1/4 TL Trockenhefe
1/2 TL Rosmarin, gehackt
1/4 TL Thymianblättchen
     mischen.

80 ml Wasser, kalt
1/2 TL Backmalz (oder Honig)
1/2 TL Salz
     gut mischen.

1 EL Olivenöl
     samt der Flüssigkeit zum Mehl geben, 15 Minuten kneten.
     Zugedeckt in der Küche bis zum Abend gehen lassen.
     Wer diese Zeit nicht hat, lässt den Teig im lauwarmen Ofen 45 Minuten gehen.

AM ABEND:
     Teig auf ein Backpapier geben, flach drücken, kurz entspannen lassen. Dann ca. 35 cm rund und mit Hilfe von wenig Mehl (nur auf die Oberseite streuen) sehr dünn auswallen. Das Backpapier dabei immer wieder auf der Arbeitsfläche drehen.

     Backofen samt Pizzastein (falls vorhanden, sonst samt Ofenblech mit der Unterseite nach oben) auf 250 °C vorheizen. Langes Vorheizen ist wichtig für einen knusprigen Boden!

2 TL Chiliöl (nach Belieben)
     Pizzaboden beträufeln, mit einem Pinsel gleichmässig über den ganzen Teig verteilen (keinen Rand freilassen!).

100 g Passata (oder eine andere, dickflüssige Tomatensauce)
1/2 B. Basilikum, abgezupfte Blättchen
75 g Blattspinat blanchiert (oder TK aufgetaut), ausgedrückt, zerzupft
2 Knoblauchzehen, hauchdünn in Olivenöl gehobelt (Trüffelhobel!)
6–8 schwarze Oliven, geviertelt
20 g Baumnüsse (Walnüsse), grob gehackt
60 g Mozzarella, zerzupft oder gewürfelt
40 g Blauschimmelkäse (Roquefort oder Gorgonzola)
Pfeffer aus der Mühle
2 EL Olivenöl
     nacheinander auf dem Boden bis knapp zum Rand verteilen, mit Pfeffer würzen, zum Schluss mit dem Olivenöl (wichtig: nicht geizen!) beträufeln.
     Ich verwende weder Pizza-Gewürz noch italienische Kräutermischung: Rosmarin und Thymian im Teig sind mir genug!

     Pizza samt Backpapier mit Hilfe eines Holzschiebers (oder einem Brett) auf Pizzastein oder Blech ziehen, 8–10 Minuten knusprig braun backen. Dabei das Backpapier nach 3 Minuten wegziehen.

wenig scharf (Chiliöl)

Weitere Zutaten (entweder oder, nicht alle zusammen!):
  • frische Kräuter nach Belieben: Majoran, Oregano
  • Tomaten, in dünnen Scheiben
  • getrocknete Tomaten, in Öl eingelegt
  • Artischockenherzen aus der Dose, in Scheiben oder geviertelt
  • Sardellen, längs halbiert
  • Champignons oder andere Pilze, in Scheiben gedünstet
  • Pecorino, Parmesan, Fontina (einen Teil Mozzarella ersetzen)
  • Kapern, gewässert 
  • Zwiebelringe, kurz in Salzwasser blanchiert 
  • gekochter Schinken, in Streifen
  • Thunfisch aus der Dose (anstelle von Schinken)
  • Crevetten oder andere Meeresfrüchte (ebenfalls anstelle von Schinken)
  • gelbe Peperoni, geschält, in Streifen
  • Auberginenscheiben, grilliert
  • Rohschinken, in feinen Tranchen (erst zum Schluss der Backzeit darauf legen)

Weniger ist mehr!
     Den Teig besser mit nur wenigen Zutaten belegen, denn wenn zu viel auf den sorgfältig dünn ausgewallten Teig gepackt wird, gibt das eher eine Quiche, aber nie eine richtige Pizza!



Kommentare:

  1. Vieles ist interessant hier. Muss ich mal versuchen. Rosmarin imTeig, Passata, Walnüsse, Blattspinat (woher hier?), Gorgonzola! Allerdings schwöre ich auf gekochter Tomatensauce auf den Boden.
    Das mit dem Backpapier merkte ich auch, nachdem einige Pizzas nicht super vom Holzschieber geglitten sind :-)

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    1. Die verwendete Tomatensauce ist selbstverständlich gekocht: siehe Rezepte A–Z «Passata» (bzw. hinterlegter Link), hat nichts zu tun mit lediglich passierten Tomaten.
      Blattspinat gefroren, von einem Hotel-Lieferanten.

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    2. Aha, sorry, dass ich der Passata nicht nachgegangen war :-) und danke für den Tip betr gefrorenem Spinat

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  2. Lieber Felix,
    da ist Dir eine wunderbar knackige Zusammenfassung über das Pizzabacken gelungen; perfekt auch für Hefeteig-Angsthasen wie mich!
    Dank und herzliche Grüße aus Schleswig-Holstein,
    Sandkorn

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    1. Liebe(r) Sandkorn,
      Keine Angst vor Hefeteigen: ganz einfach sanft behandeln, so wie man selbst auch angefasst werden möchte!!!
      Mit besten Grüssen aus Fernost,
      FEL!X

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