3. Dezember 2017

ADVENTSZEIT BEI 30 GRAD



Etwas anders ist es schon,
die Weihnachtszeit in den Tropen zu verbringen. Im Radio erzählt die Adventsmusik von Schnee und Pferdeschlitten (wer besitzt denn überhaupt einen?!), derweil hier das Thermometer bei der 30-Grad-Marke festsitzt. Also nichts mit Schnee und langen Nächten, warmen Stuben und Glühwein.

Tropische Weihnachten in Khao Lak
Da muss man eben etwas umdenken: geliebte Traditionen nicht ganz vergessen, sich aber an die Gegebenheiten anpassen, die hier herrschen.

Das beginnt bereits 
im Advent bei der Weihnachtsbäckerei: Bei Guetzli-Rezepten mit Schokolade blättere ich sofort weiter (Kleingebäck mit Schokolade geht bei diesen Temperaturen gar nicht), Mandeln, die hier eher nicht erhältlich sind, ersetze ich durch Cashew-Kerne. Kokosraspel – und zwar frisch gerieben – zählen hingegen zu den leicht verfügbaren Zutaten.
Ein Rezept für mein schnelles, leckeres Kokos-Konfekt ist hier am Schluss beigefügt, ich habe es auf die in Europa verfügbaren, getrockneten Raspel adaptiert.

Nicht nur Tannen sind immergrün
In den Tropen lernt man das bald – speziell im Dezember!
Fichten für einen Christbaum wachsen hier keine, hingegen gibt es Kasuarinen, die mit ihren langen, nadelartigen «Blättern» ein bisschen an Kiefern erinnern. Mit kleinen Zweigen davon habe ich einen Adventsbaum gebunden, meinen Gemüse-Christbaumschmuck daran gehängt und mit Lämpchen (nein, sie blinken nicht!) zum Strahlen gebracht!
Den Katzen habe ich gesagt, dass dies kein Kletterbaum ist. Mal sehen, ob sie sich daran halten...

«Oh Palmenbaum, oh Palmenbaum ...»
... wäre hier wohl geeigneter, als den Tannenbaum zu besingen. Julie Londons Interpretation von «Warm December» wäre eher vertretbar. Von einem Schneemann zu singen, wie in «Winter Wonderland», macht hingegen wenig Sinn: einen solchen könnte man hier höchstens aus Sand bauen!

Mein Knusperhäuschen
ist nicht aus Lebkuchen gebacken. Aus Teakholz gefertigt steht es das ganze Jahr über in meinem Garten, denn es ist eigentlich eines dieser traditionellen Geisterhäuschen, die bei jedem Wohnhaus stehen. Sie sollen den Geistern, die hier leben, ein Zuhause sein. Bei mir stehen allerdings Hänsel und Gretel mit der Hexe darin!

Kein Engelsgeläute, dafür Grillengezirpe.
Und über mir die Festbeleuchtung des Sternenhimmels!

Euch allen wünsche ich eine schöne Adventszeit.








KOKOS-KONFEKT

für etwa 60 Stück
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten 
+ 1 Stunde ruhen lassen 
+ 15–20 Minuten backen 

Einkaufsliste zum Ausdrucken

60 Praliné- oder kleine Muffins-Förmchen von ca. 35 mm ø
     bereitstellen.

Pistazienkerne, Mandelstifte, kandierte Früchte oder Dattelstreifen
     zum Garnieren bereitstellen.



150 g getrocknete Kokos-Raspel
     50 g davon in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett hellbraun rösten. Zu den restlichen Raspeln geben.

175 g Zucker
1 Pr. Salz
2 Eier

     mit der Küchenmaschine so lange schaumig schlagen, bis die Masse sehr hell und cremig wird.

100 g geschälte Mandeln (oder Cashew-Kerne), gemahlen
     samt den Kokosraspeln daruntermischen. Zugedeckt eine Stunde stehen lassen.

     Diese Zeit nutze ich, um die Förmchen voneinander zu lösen, denn meistens sind 12 Stück fest zusammengepresst!

     Die feuchte Masse mit einem Löffel in die Förmchen bis unter den Rand füllen, der Teig geht beim Backen nur leicht auf. Ich setze die Förmchen dazu in ein 2-cl-Cocktailmass, so bleiben sie in Form!
     Auf ein Blech setzen.

Backofen auf 175 °C (O+U) vorheizen.

     Das Blech in der Mitte des Ofens einschieben. Temperatur auf 150 °C zurückstellen und das Konfekt 15–20 Minuten backen, es darf nur leicht bräunen.

     Noch heiss mit Pistazienkernen, Mandelstiften, kandierten Früchten oder Dattelstreifen bestecken.

     Vollständig ausgekühlt, gut verschlossen, kühl (aber nicht im Kühlschrank) aufbewahren.

Tipp: nach Belieben kann die Masse zusätzlich mit der abgeriebenen Schale einer Zitrone oder Orange, und/oder mit 1 TL Zimtpulver aromatisiert werden.


Kommentare:

  1. Herzlichen Dank Felix füt deine netten Advents-Wünsche! :D
    Dass ich dir knietief neidig bin brauche ich nicht speziell zu erläutern. Bei uns in Basel hat es im Moment Tag und Nacht um die 0° C. Nach meiner Rückkehr vor bald einem Monat hat es mich vom Temperaturschock gleich mal mit einer Lungenentzündung, etc. in's Bett gelegt. Nun geht es mir wieder gut. Aber ich komme wieder nach Thailand - wenn auch in den Norden.
    Es ist Zeit das heutige Schmorgericht aufzusetzen, mit Kartoffelstock und warmem Gemüse (statt Salat). Wenigstens ein kulinarischer Trost um ein wenig Wärme zu erhaschen. Auf dem Weg in die Küche grüsse ich dich und Chart aus der a....kalten Schweiz.

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    1. Hoch leben die Schmorgerichte! Die mag ich selbst bei 30 Grad!

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  2. Danke, lieber Felix, fürs Mitnehmen in eine andere - in DEINE Adventszeit. Ich schimpfe zwar immer wieder, wenn diese nasskalte Schmuddel-Jahreszeit beginnt, aaaber Weihnachtsbeleuchtung, Adventskranz und das ganze Drumherum würden mir fehlen bzw. sind bei 30 Grad sicherlich ein anderes Empfinden.

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    1. Ja, Weihnachtsstimmung kann in den Tropen wirklich zauberhaft sein. Mich erwischt sie nicht jedes Jahr, aber heuer irgendwie ganz besonders!
      Es «jingel-bellt» hier auch nicht überall so penetrant und die blinkenden Beleuchtungs-Schrecklichkeiten finden eigentlich nur in den Resorts für die Touristen statt.
      Und meiner eigenen, eher bescheidenen Weihnachtsbeleuchtung stehlen die Glühwürmchen im Garten die Show! Wer das nicht geniesst, ist selber schuld!

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  3. Danke, lieber Felix, für Deinen interessanten Adventsbericht. Und da jammere ich schon, wenn ich nicht alle Zutaten für meine Weihnachtsbäckerei bekomme... Aber richtige Adventsstimmung kommt auch in Italien nur in den eigenen vier Wänden auf.

    Saluti
    Ariane

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    1. Es kommt wohl in jeder Situation darauf an, was man selbst daraus macht! 🎄

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  4. Lieber Felix,
    das klingt alles nach einer Adventszeit nach meinem Geschmack: Keine mörderische Werbung "kaufkaufkauf", 30 Grad, schwimmen im Meer ... Hach! Und nachdem sich die zu vielen Kilos bei mir ohnehin viel zu wohl fühlen, backe ich absolut keine Weihnachtskekse. Nicht einmal deine himmlischen Kokosmakronen.

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    1. Ja, den Kaufrausch gibt es hier eher nicht.
      Aber die Kilos (fr)isst man sich ja nicht zwischen Weihnachten und Neujahr an, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten...
      Deshalb geht es nach den Kokosmakronen weiter mit Basler Brunsli, Anisbrötchen, Mailänderli und einem Gebäck mit rotem Sandelholz!
      Mal sehen, vielleicht friere ich ein paar davon ein! 😋

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  5. Aha, so sieht das dann aus :) sehr schön und kreativ!
    Das Geisterhäuschen finde ich wunderschön <3

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    1. Danke, Britta!
      Mein Geisterhäuschen ist aus Teakholz. Die meisten sind jedoch aus Zement gegossen, mit schönen Ornamenten und in leuchtenden Farben bemalt!
      Manche sind richtige Kunstwerke, werden täglich mit Speis und Trank versehen.
      Siehe auch hier:
      https://www.theblondtravels.com/thai-spirit-houses/

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