16. Januar 2018

KLEINER «BRATEN» FÜR ZWEI

Ein Braten
lohnt sich doch eher für eine ganze Tafelrunde, oder?
Was aber, wenn ich Lust auf einen Braten habe, und wir lediglich zu zweit sind?
Klar: ich könnte aus Resten einen «Shepherds Pie» zubereiten.

Im Römertopf
lassen sich jedoch auch eher kleine Fleischstücke auf das Vortrefflichste garen. Und heraus kommt: ein Braten für Zwei!



DOPPELTES SCHWEINSSTEAK IM RÖMERTOPF

2 Portionen als Hauptgericht

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AM VORTAG (oder 3–4 Tage im Voraus)

MARINADE:

1 TL Senf, mittelscharf
1 TL Tomatenpüree
2 TL Sojasauce
1/2 TL Worcestershire Sauce
1 EL (15 ml) Orangensaft
1 TL Orangenlikör
1 TL frische Rosmarinnadeln, fein gehackt

     mischen.



1 doppeltes Schweinssteak vom Hals, mindestens 5 cm dick, ca. 400 g und schön durchzogen (siehe Tipp) 
     zusammen mit der Marinade in einen Gefrierbeutel geben, möglichst ohne Luft verschliessen. Im Kühlschrank mindestens über Nacht marinieren, besser 3–4 Tage.

AM ZUBEREITUNGSTAG (etwa 3 Stunden vor dem Servieren)

     Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen, 1 Stunde Küchentemperatur annehmen lassen.
     Römertopf währenddessen 15 Minuten wässern.

50 g Schalotten
4–5 Knoblauchzehen (oder so viele man mag!)
1 Stängel Stangensellerie [FEL!X: Schnittsellerie]

     Schalotten schälen, je nach Grösse ganz lassen, halbieren oder vierteln, Knoblauchzehen schälen, Selleriestange in 5 cm lange Stücke schneiden.
     Fleisch samt Marinade in den gewässerten Römertopf geben (Schnittseiten nach oben, bzw. unten), Gemüse darumlegen, Deckel aufsetzen.
     In den kalten Backofen schieben, Temperatur auf 220 °C (O+U, keine Umluft) stellen, 40 Minuten garen (die Zeit wird von Anfang an gemessen!).

300–400 g Kartoffeln
     unterdessen schälen, jede Kartoffel längs in 8 Spalten schneiden, in kaltes Wasser legen.

     Römertopf aus dem Ofen nehmen, Deckel abheben (Vorsicht: Dampf!).
     Fleisch wenden.
     Kartoffeln gut abtropfen, rund um das Fleisch verteilen.

150 ml Rotwein
50 ml Orangensaft

     mischen, dazugiessen. Zugedeckt weitere 40 Minuten garen.

     Flüssigkeit in ein Saucenpfännchen abgiessen (siehe Tipp).
     Römertopf offen im ausgeschalteten, leicht geöffneten Ofen belassen.

80–100 ml Rahm
     zur Flüssigkeit geben, sämig einkochen lassen.

Salz, Pfeffer aus der Mühle
     abschmecken.
     Fleisch tranchieren, mit Kartoffeln, Schalotten, Knoblauch (nach Belieben auch mit etwas Sellerie) und der Sauce anrichten.

nicht scharf

Tipps:
  • «doppeltes Schweinssteak» meint: doppelt so dick als für ein dickes Steak üblich
  • Abgiessen der Flüssigkeit: einen Spritzschutz (flacher Siebdeckel) auf den Römertopf legen, mit Ofenhandschuhen (!) beides seitlich fassen und die Garflüssigkeit in ein Pfännchen abgiessen
  • der ganz und gar gekochte Knoblauch wird mild, fast süsslich und gaaanz brav, verliert dabei weitgehend seine blähenden Unarten!
  • ein Tontopf ist empfindlicher als ein Bräter aus Metall, er verträgt keinen Temperaturschock. Stets zuvor etwa 15 Minuten wässern, das heisst: mit kaltem Wasser bedeckt, am besten im Ausguss (in der Spüle). Römertopf immer in den kalten Backofen schieben. Beim Zugiessen von Flüssigkeit sollte diese mindestens lauwarm sein. Den heissen Topf stets auf Holz oder Kork stellen, nie auf Stein oder Metall. Selbst ein stark verschmutzter Römertopf sollte nur mit Wasser und allenfalls Stahlspänen gereinigt werden, da Spülmittel vom Ton aufgenommen wird, welches beim nächsten Gebrauch auf das Gargut übergehen kann 

Kommentare:

  1. Das Garen im Römertopf ist eine schöne Methode für alles geschmorte, was saftig bleiben soll. Doch ich habe es mittlerweile aufgegeben, nachdem ich auch Nummer 4 entsorgen musste, weil er schon wieder einen grossen Riss hatte. Dieser Dinger sind für mich einfach nicht geeignet - ich bin dann auf eine Tajine ausgewichen, diese überlebt in unserem Haushalt schon eine ganze Weile.

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    1. Mein Römertopf ist schon (muss mal rechnen:) etwa 35 Jahre alt...
      Wie oben erwähnt, vertragen diese Tontöpfe eben keine abrupten Temperaturschwankungen.

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